{"id":402,"date":"2015-10-27T21:02:50","date_gmt":"2015-10-27T20:02:50","guid":{"rendered":"https:\/\/klimaschutz-staufen.de\/?p=402"},"modified":"2015-10-27T21:02:50","modified_gmt":"2015-10-27T20:02:50","slug":"e-autos-schlecht-fuers-klima","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/klimaschutz-staufen.de\/blog\/2015\/10\/e-autos-schlecht-fuers-klima\/","title":{"rendered":"Sind E-Autos schlecht f\u00fcrs Klima?"},"content":{"rendered":"<p>In der Ausgabe vom 4. August 2015 war im Wirtschaftsteil der Badischen Zeitung zu lesen: <strong>\u201eE-Autos sind schlecht f\u00fcrs Klima\u201c<\/strong>[1]. Unter diesem Aufmacher wird dann \u00fcber eine vom <a href=\"http:\/\/www.upi-institut.de\/\" target=\"_blank\">Umwelt- und Prognoseinstitut. e.V.<\/a> Heidelberg[2] verfasste Studie berichtet, die die Sinnhaftigkeit einer staatlichen F\u00f6rderung von Elektro- und Hybridautos untersuchen sollte.<\/p>\n<p>Diese Studie weist zurecht darauf hin, dass zur Zeit Elektroautos von den Automobilherstellern dazu verwendet werden, um trotz der Produktion gro\u00dfer CO<sub>2<\/sub>-Schleudern, wie SUVs etc., den von der Politik geforderten Flottengrenzwert einzuhalten oder wenigstens in m\u00f6glichst geringem Ma\u00df zu \u00fcberschreiten. Das Elektroauto hat beim Fahren n\u00e4mlich einen CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df von tats\u00e4chlich 0g\/km und geht somit in die Gesamtbilanz als d\u00e4mpfender Faktor ein. Etwas seltsam ber\u00fchrt aber dann, dass die Studie diesen Sachverhalt als negativen Aspekt des Elektroautos bewertet. Aber das passt zum gesamten Tenor dieser Arbeit, die das Elektroauto nur in negativem Licht erscheinen l\u00e4sst. Dabei geht die Studie meines Erachtens von einigen falschen Annahmen aus.<\/p>\n<p>So ist gleich im ersten Abschnitt dieser Studie zu lesen, dass momentan von einer staatlichen F\u00f6rderung von Elektro- und Hybridautos abzuraten sei, da \u201eElektroautos\u2026 als einzelnes Fahrzeug ungef\u00e4hr gleich hohe CO<sub>2<\/sub>-Emissionen verursachen wie normale Benzin- oder Diesel-Pkw\u201c. Schlie\u00dflich stamme in der Bundesrepublik Deutschland der <strong>Fahrstrom<\/strong> der Elektroautos zum gr\u00f6\u00dften Teil <strong>aus fossilen Energietr\u00e4gern<\/strong>, haupts\u00e4chlich Braunkohle. Und in der n\u00e4heren Zukunft &#8211; so die Studie, ohne daf\u00fcr plausible Anhaltspunkte zu nennen &#8211; wird ein schnellerer Ausbau der regenerativen Energiegewinnung nicht erwartet.<\/p>\n<p>Dass viele Elektroautos mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben werden wischt man mit teilweise abenteuerlicher Argumentation, auf die hier auch aus Platzgr\u00fcnden nicht n\u00e4her eingegangen werden soll, beiseite.<\/p>\n<p>Als weiteren negativen Aspekt f\u00fchrt die Studie ins Feld, dass Elektroautos meist als Zweit- oder Drittwagen gekauft werden und damit zur Erh\u00f6hung der Fahrzeugdichte beitragen. Die Tatsache, dass man sich einen Zweitwagen <em>bisher wie auch in Zukunft<\/em> ebenso als Auto mit Verbrennungsmotor zulegen kann, wird\u00a0 ignoriert. Dass Leute, die sich ein <strong>Elektroauto<\/strong> zulegen dies in der Regel dann als<strong> Erstwagen<\/strong> nutzen und den bis dahin gefahrenen \u201eVerbrenner\u201c sich lediglich f\u00fcr gr\u00f6\u00dfere Distanzen in der Hinterhand halten, bleibt vollkommen unber\u00fccksichtigt.<\/p>\n<p>Unter Bezugnahme auf Untersuchungen in Norwegen verweist die Studie des Weiteren darauf, dass mit der Zunahme von E-Autos im Stra\u00dfenverkehr die Nutzung des \u00d6PNV drastisch zur\u00fcckgehe und sich somit auf den Stra\u00dfen das Verkehrsaufkommen erh\u00f6ht. Die Gr\u00fcnde daf\u00fcr, warum sich K\u00e4ufer von Elektroautos vom \u00d6PNV abwenden (Qualit\u00e4t und Nutzungskosten des \u00d6PNV, vom Staat gew\u00e4hrte &#8211; aber fehlgerichtete &#8211; Privilegien f\u00fcr Fahrer von Elektroautos) werden nicht erw\u00e4hnt.<\/p>\n<p>Schlie\u00dflich erw\u00e4hnt die Studie auch das h\u00f6here Unfallrisiko durch Elektroautos f\u00fcr Fu\u00dfg\u00e4nger und Fahrradfahrer im Stadtverkehr, wo diese Autos, der geringen Geschwindigkeit wegen, sehr leise fahren. Als Beleg zieht man eine Untersuchung aus den USA heran, allerdings aus den Jahren von 2000 bis 2006, also aus einem Zeitraum, in dem Elektroautos gerade neu aufkamen und selten auf den Stra\u00dfen zu sehen waren. So waren sie als Gefahrenquelle m Stra\u00dfenverkehr im Bewusstsein der Fu\u00dfg\u00e4nger und Fahrradfahrer\u00a0 noch gar nicht abgespeichert. Eine zeitn\u00e4here Untersuchung w\u00e4re hier stichhaltiger. Im \u00dcbrigen wei\u00df jeder verantwortungsbewusste Fahrer eines Elektroautos um diese Gefahr, wird sie ernst nehmen und entsprechend defensiv fahren.<\/p>\n<p><strong>Positive Aspekte der Nutzung von Elektroautos<\/strong>, wie beispielsweise<\/p>\n<ul>\n<li>geringerer L\u00e4rmpegel des Stra\u00dfenverkehrs in St\u00e4dten und Ortschaften<\/li>\n<li>reinere Luft in den St\u00e4dten durch die Vermeidung von sch\u00e4dlichen Abgasen und Ru\u00dfpartikeln<\/li>\n<\/ul>\n<p>kommen in der Studie nicht zur Sprache oder werden nur Rand erw\u00e4hnt und in ihrer Bedeutung nicht weiter gew\u00fcrdigt.<\/p>\n<p>Was in dieser doch sehr fragw\u00fcrdigen Studie allerdings <strong>an keiner einzigen Stelle zu finden<\/strong> ist, ist der Wortlaut des oben erw\u00e4hnten Aufmachers <strong>\u201eE-Autos sind schlecht f\u00fcrs Klima\u201c<\/strong>. Dieser Satz entspricht wohl eher der Meinung des betreffenden Journalisten, die er sich beim Lesen der Studie gebildet hat. Dass er dabei wenig kritisch zu Werke ging, zeigt sich in seinem Artikel zu dieser Studie und vor allem nicht zuletzt dort, wo er schlie\u00dflich von <strong>\u201eproblematischen Aspekten der Elektroautos\u201c<\/strong> schreibt.<\/p>\n<p><strong>Was er meint, sind aber nicht problematische Aspekte der Elektroautos. <\/strong><\/p>\n<p>Nein, das sind Aspekte<\/p>\n<ul>\n<li>der Problematik unserer derzeitigen Stromproduktion<\/li>\n<li>der Problematik von Vorschriften f\u00fcr Autoproduzenten, was die Begrenzung des CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00dfes betrifft<\/li>\n<li>der Problematik unseres Verhaltens bei der Nutzung der Verkehrsmittel<\/li>\n<li>der Problematik von gefahrenbewusstem Verhalten im Stra\u00dfenverkehr<\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer all diese Aspekte dem Elektroauto zuschreibt, stellt die Kausalit\u00e4ten auf den Kopf.<\/p>\n<p>Die bisher \u00fcbliche Art und Weise, ein Auto anzutreiben, ist auf lange Sicht nicht haltbar. Sie verbraucht endliche Ressourcen und tr\u00e4gt dabei in nicht unerheblichem Ma\u00dfe zum CO<sub>2<\/sub>-Eintrag in die Atmosph\u00e4re bei. Das Elektroauto bietet dazu heute schon eine praktikable Alternative.<\/p>\n<p>Oder, um beim Aufmacher in der <em>Badischen Zeitung<\/em> zu bleiben: <strong>Elektro-Autos sind gut f\u00fcrs Klima!<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>[1] <a href=\"http:\/\/www.badische-zeitung.de\/wirtschaft-3\/studie-zeigt-e-autos-sind-schlecht-fuers-klima\" target=\"_top\"><strong>Studie zeigt: E-Autos sind schlecht f\u00fcrs Klima<\/strong> (ver\u00f6ffentlicht am Di, 04. August 2015 12:26 Uhr auf badische-zeitung.de)<\/a><\/p>\n<p dir=\"ltr\" align=\"LEFT\">[2] <a href=\"http:\/\/www.upi-institut.de\/upi79_elektroautos.htm\">UPI-Bericht 79 (August 2015): \u00d6kologische Folgen von Elektroautos &#8211; Ist die F\u00f6rderung von Elektro- und Hybrid-Autos sinnvoll ?<\/a><\/p>\n<p dir=\"ltr\" align=\"LEFT\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In der Ausgabe vom 4. August 2015 war im Wirtschaftsteil der Badischen Zeitung zu lesen: \u201eE-Autos sind schlecht f\u00fcrs Klima\u201c[1]. Unter diesem Aufmacher wird dann \u00fcber eine vom Umwelt- und Prognoseinstitut. e.V. 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