Grußwort des Umweltministers, Franz Untersteller

Zitat

Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt ändern“ – so lautet ein afrikanisches Sprichwort. Und es passt besonders gut zum Klimaschutz. Der Klimawandel ist die existenzielle Herausforderung dieses Jahrhunderts. Weltweit sind die Folgen des Klimawandels sichtbar. Ob in Texas und Louisiana, wo in diesem Sommer tausende Quadratkilometer Land unter Wasser stehen und unzählige Menschen ihrer Heimat, manche sogar ihres Lebens beraubt wurden. Oder in Bangladesch und China, wo dieses Jahr mehr als 1,3 Millionen Menschen auf der Flucht vor Überschwemmungen sind. Oder in vielen Ländern Afrikas, wo aufgrund zunehmender Dürre die Ernährung der Menschen und langfristig auch die Bewohnbarkeit vieler Landstriche auf dem Spiel steht. Oder aber bei uns, wo Erdrutsche in Graubünden und Überflutungen in Braunsbach, Berlin und vielen anderen Orten immense Schäden verursachen und Menschenleben kosten.

Überall auf der Welt wird zunehmend deutlich, was Klimawandel tatsächlich bedeutet: Eine existentielle Krise, die zu unendlichem menschlichen Leid führen wird, zur Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen und zur Zerstörung ökonomischer Werte in bislang unvorstellbaren Größenordnungen.

Wir sind die erste Generation, die die Folgen des Klimawandels spürt und die letzte, die ein unkontrolliertes Ansteigen der Temperatur noch verhindern kann. Deshalb ist es so wichtig, dass wir auf allen Ebenen etwas für den Schutz des Klimas tun. Das haben sich bereits vor zehn Jahren die Stadt Staufen und engagierte Bürgerinnen und Bürger gedacht und den Arbeitskreis Klimaschutz gegründet. Seitdem ist der Arbeitskreis aktiv, um den Klimaschutz vor Ort voranzutreiben und das Bewusstsein zu schaffen, warum Klimaschutz so wichtig ist. Diese Initiative ist ein herausragendes Beispiel dafür, wie wir uns konkret vor Ort engagieren können. Ob die Klimaneutrale Kommune 2050, der Ausbau des ÖPNV und das Gesamtverkehrskonzept, das integrierten Klimaschutzkonzept der Stadt oder auch das Neubaugebiet Rundacker II als Leuchtturm-Projekt für klimafreundliches Leben und Wohnen: der Arbeitskreis Klimaschutz macht mit seinen Ideen und seinem Engagement Klimaschutz begreifbar, nachvollziehbar und erlebbar.

Ich möchte deshalb der Stadt und allen ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern für Ihren Einsatz und Ihre Arbeit danken. Die Vielzahl ihrer Projekte und Ideen ist Ausdruck ihres besonderen Zukunftsbewusstseins: Wir sollten erhalten, was uns erhält. Und der Klimawandel würde uns unsere natürlichen Lebensgrundlagen entziehen. Klimaschutz ist also Einsatz für die Zukunft, damit auch kommende Generationen in einer intakten Umwelt leben können. Die Arbeit des Arbeitskreises Klimaschutz ist also im besten Sinn enkeltauglich.

Franz Untersteller MdL
Minister für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft des Landes Baden-Württemberg

10 Jahre Arbeitskreis Klimaschutz Staufen

Am 16. Oktober 2017 feierte der Arbeitskreis Klimaschutz (AKK) Staufen sein 10-jähriges Jubiläum mit einer „ultimativen Klimaschutz-Show“ im Spiegelzelt. Moderator des Abends war Ronny Meyer, der im Rahmen seiner „Modernisierungsoffensive“ ein unterhaltsames Programm geboten hat: Hausbesitzer*Innen wurden Wege zur energetischen Sanierung vorgestellt und die vielfältigen Fördermöglichkeiten aufgezeigt.

Die Mitglieder des Arbeitskreises haben sich gefreut über das lobende Grußwort des Umweltministers Franz Untersteller, sowie über zahlreiche Besucher/innen aus regionalen Klimaschutz-Initiativen. Schlagfertig gaben der Staufener Bürgermeister, Michael Benitz, und der Geschäftsführer der Stadtwerke Müllheim-Staufen, Jochen Fischer, Antwort auf die Fragen des Moderators zum Thema Klimaschutz in Staufen und der Region.

Wir danken den anwesenden Stadträten aller Fraktionen für ihr Interesse und die angeregten Diskussionen nach der Veranstaltung. Darüberhinaus bedanken wir uns bei der Stadt für die großzügige Überlassung des Spiegelzeltes und bei allen Sponsoren, die diese Veranstaltung und die Tombola durch ihre Beiträge ermöglicht haben.

Die Badische Zeitung berichtete: Feiern mit viel Energie (veröffentlicht am Fr, 20. Oktober 2017 auf badische-zeitung.de)

Impressionen vom Fahrradkorso

Am 10. September fand anlässlich der Vorstellung des Konzepts einer Mobilitätsstation am Staufener Hauptbahnhof ein Fahrradkorso statt. Unter der Schirmherrschaft der Stadt Staufen begrüsste Bürgermeister Benitz die Initiative zur Mobilitätsstation, für die es bereits eine erste öffentliche Förderzusage giibt und eine zweite in Aussicht steht. Unter den richtigen Voraussetzungen könne das Konzept auch die Zustimmung des Stadtrats finden.

Entwurf einer Mobilitätsstation am Bahnhof Staufen

Das Wetter spielte auch mit, und so machten sich etwa 30 Teilnehmer bei herrlichem Sonnenschein auf einen Rundweg, der über die Ortsteile Grunern und Wettelbrunn, nach Heitersheim, Eschbach, Tunsel, nach Bad Krozingen führte. Hier überraschte der neu gegründete Arbeitskreis Klimaschutz BK durch einen freundlichen Empfang mit Erfrischungen und kleinen Stärkungen die Gruppe. Die Ansprache des Bad Krozinger Bürgermeister Kieber machte deutlich, dass auch unsere Nachbarstadt sich ehrgeizige Ziele gesetzt hat und nun in Sachen Klimaschutz mit engagierten Bürgerinnen und Bürgern gemeinsam voran gehen möchte. Beeindrucken konnte der AKK-BK mit einer langen Prioritäten-Liste ihres Klimaschutz-Konzepts (20-Punkte-Plan), das nun nach und nach umgesetzt werden soll. Entscheidende Bedeutung für eine neue Form von Mobilität wird zukünftig das CarSharing haben. Dies erklärte Herr Matthias Lübke am Beispiel des CarSharing Programms „my-e-car“ (Stadtmobil Südbaden & Energiedienst), das im südlichen Baden-Württemberg schon weit verbreitet E-Mobile und Lade-Infrastrukturen zur Verfügung stellt.

Nach etwa einstündiger Pause setzte sich der Fahrradkorso wieder in Bewegung und fuhr über Kirchhofen und Ehrenstetten zurück nach Staufen. Der Ausklang fand in lockerer Runde in der Gaststätte bei „Lotte“ am Bahnhof Staufen statt. Die einhellige Meinung war: Dieser Tag – im Namen der Draisine (1817) – hat sich gelohnt. Nicht nur die Arbeitskreise Klimaschutz aus Staufen und Bad Krozingen sind ein Stück weiter zusammen gewachsen – es gibt gemeinsame Ziele und viele Ideen zu ihrer Umsetzung.

Fahrradkorso und Mobilitätsstation

Am 10. September 2017 – 200 Jahre nach Karl von Drais:
Vorstellung der geplanten Mobilitätsstation und Fahrradkorso

Viele Staufener sprechen nicht nur vom Klimaschutz, sondern sie praktizieren ihn auch in vorbildlicher Weise, z.B. indem sie nicht mit dem Auto zur Arbeit oder Schule fahren, sondern Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel benutzen. Nun lädt aber die Situation am Staufener Bahnhof nicht gerade dazu ein, sein Fahrrad dort zwecks Weiterfahrt mit der Bahn unter- bzw. abzustellen. Der Arbeitskreis Klimaschutz (AKK) Staufen meint, dass diese Situation vielleicht manchen davon abhält, zum Pendeln den ÖPNV zu nutzen. Das möchte er ändern und arbeitet zusammen mit der Stadtverwaltung daran, dass auf der Westseite des Bahnhofs eine Fahrradstation errichtet wird, die den Ansprüchen des Fahrradfahrers von heute Rechnung trägt. Die Station wird überdacht sein und neben großzügig bemessenen Abstellplätzen auch einige abschließbare Fahrradboxen, Ladepunkte für Akkus und Schließfächer für Fahrradhelm, Regencape u. ä. beinhalten. Sie ist dann Teil der geplanten Mobilitätsstation, die auf der Ostseite des Bahnhofs neben der bisherigen Fahrradhalle auch Automobil-Stellplätze für Car-Sharing und Ladesäulen für Elektroautos aufweisen wird.

Vorgestellt wird das Projekt am 10. September am Platz der geplanten Fahrradstation auf der Stadtsee-Seite des Bahnhofs. Der AKK Staufen veranstaltet dort im Rahmen seiner Aktionen zu seinem zehnjährigen Bestehen einen Informationstag, anknüpfend an das Jubiläum „200 Jahre Fahrrad“. Auf Schaubildern werden die Themen des AKK Staufen sowie die geplante Anlage dargestellt. In Zusammenarbeit mit dem neu gegründeten AKK Bad Krozingen wird dabei auch als Fahrradkorso eine Ausfahrt mit dem Fahrrad unternommen, an der sich – in eigener Verantwortung – jedermann beteiligen kann.

Sie führt vom Veranstaltungsort über Grunern und Wettelbrunn und über verschiedene Ortsteile von Bad Krozingen zum dortigen Rathaus. Hier wird Bürgermeister Kieber, der übrigens an dem Fahrradkorso teilnehmen will, ein Grußwort an die Teilnehmer richten und zu Erfrischungsgetränken und einem kleinen Imbiss einladen. Über Ehrenkirchen geht es dann zurück nach Staufen, wo im Schatten von Lottes Kastanienbäumen die Tour gemütlich ausklingen soll. Mit dieser Tour wollen AKK Staufen und AKK Bad Krozingen auf das Fahrrad als umweltfreundliches Fortbewegungsmittel aufmerksam machen.

PDF Plakat_Fahrradkorso hier herunterladen!

Neues Netzwerk in Staufen im Breisgau gegründet

Am vergangenen Dienstag, 24. Juli 2017, traf sich der Arbeitskreis Klimaschutz Staufen (Breisgau) mit der MODERNISIERUNGSOFFENSIVE zur Gründung eines weiteren Handwerker- und Bau-Experten-Netzwerkes. Das Ziel: Bürgerinnen und Bürger sowie das regionale Handwerk darüber informieren, welche Aufgaben in den nächsten Jahren auf uns zukommen. Denn Staufen möchte bis 2050 zur klimaneutralen Kommune werden. Auf dem Weg dorthin sollen alle profitieren: Die Region, die Bürgerinnen und Bürger, die regionale Bauszene und natürlich auch die Umwelt. Wer sich dem Netzwerk anschließen möchte, kann sich beim  Arbeitskreis Klimaschutz Staufen (AKK) oder bei der MODERNISIERUNGSOFFENSIVE melden.

Erstes Netzwerktreffen Modernisierungsoffensive

Der nächste Termin ist die Weiterbildung zum zertifizierten Modernisierungsberater am 22.09.2017 in Staufen. Das Ziel des eintägigen Seminars ist das Erlernen der Fähigkeit, ein Wohngebäude (Altbau/Neubau) in energetischer Hinsicht sicher einzuschätzen und erste Empfehlungen für Hauseigentümer und Bauherren zu geben.

Veranstaltungsübersicht zum Jubiläumsjahr

Hier ein kurzer Überblick über die geplanten Veranstaltungen. Im nächsten Artikel finden Sie ausführlichere Informationen.

30.7.2017         Die „Tour de Natur“ macht Station in Staufen

18:00 Uhr Marktplatz ca. 100 Radler im Fahrradtross von Basel nach Ramstein

10.9.2017         200 Jahre Fahrrad – Fahrradkorso von der künftigen Mobilitätsstation am Bahnhof Staufen über verschiedene Ortsteile nach Bad Krozingen.

ca. 10:30 bis ca. 16:30 – Ausstellung & Food-Truck – gemeinsam veranstaltet mit dem AKK Bad Krozingen

22.9.2017         Seminar: „Der Modernisierungsberater“ – für Handwerker, Planer, Baufinanzierer, Immobilienmakler und alle weiteren Angehörigen der regionalen Bauszene

Ort: Staufen/Grunern, Bürgerhaus, Zeit: 8:45 – 17:30 Uhr
Referent: Bauingenieur Ronny Meyer

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Anmeldung: modernisierungsoffensive.com/termine

7.10.2017         AKK-Stand – Der Arbeitskreis Klimaschutz stellt sich vor! Infos zum Thema Klimaschutz in Staufen…

Zeit: 10:00-14:00 Uhr am Marienbrunnen

16.10.2017       Große Jubiläumsveranstaltung im Spiegelzelt am Schladererplatz – die ultimative „Klimaschutz-Show“ mit Ronny Meyer

Beginn: 18:00 Uhr – Spannende Interviews mit Überraschungsgästen „auf der roten Couch“, Video-Clips und fetziger Musik von der Band MEYERS ROCKHAUS bringen das Thema „Energetische Haussanierung“ unterhaltsam rüber…

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos!

21.10.2017        Workshop „Wie verringere ich meinen persönlichen CO2-Fußabdruck –  ohne Komfortverzicht?“

Ort: (wird noch bekannt gegeben) Zeit: 10:00-16:00 Uhr in verschiedenen Arbeitsgruppen mit Impulsreferaten

 

Jubiläumsprogramm 10 Jahre Arbeitskreis Klimaschutz Staufen

Spiegelzelt-Show am 16. Oktober in Staufen

Bau-(S)ingenieur Ronny Meyer als rockender Moderator für den Klimaschutz

„Alles gegen den Klimawandel gibt‘s doch längst im Baustoffhandel“ reimt Bauingenieur Ronny Meyer und gibt u.a. damit der trockenen Debatte um Klimaziele und Energieeffizienz frischen Schwung. So wird das Thema „Was kostet uns der Klimaschutz?“ in unterhaltsamer aber dennoch informativer Art den Leuten nähergebracht.

Hintergrund: Vor zehn Jahren hat sich der Arbeitskreis Klimaschutz Staufen (AKK) konstituiert und seither regelmäßig getagt. Zehn Jahre Arbeit für den Klimaschutz – Grund genug für den AKK, in diesem Jahr mit besonderen Aktionen in Staufen und im Umland auf seine Ziele aufmerksam zu machen.

Am 30. Juli ist Staufen Etappenziel der tour-de-natur: wie jedes Jahr fahren auch 2017 mehr als 100 Menschen auf ihrem Fahrrad im Tross zu bedeutsamen Orten, um auf die Umweltproblematik aufmerksam zu machen. Thematische Schwerpunkte sind dabei Friedenspolitik, Radverkehr und erneuerbare Energieträger als Alternative zur Atomkraft. Dieses Jahr ist Start in Basel. U. a. werden die AKWs Fessenheim und Philippsburg angefahren, aber auch Wyhl, wo seinerzeit Bürgerprotest das Atomkraftwerk verhindern konnte. In Staufen wollen die Natur-Radler*innen nicht nur die Folgen der schiefgegangenen Geothermie-Nutzung sehen, sondern sich auch über die vom AKK formulierten konstruktiven Vorschläge zur Quartierssanierung und zur Energieversorgung informieren. (Infos: www.tourdenatur.net )

Am 10. September will der AKK Staufen zusammen mit dem neu gegründeten AKK Bad Krozingen mit einem Fahrradkorso an die Erfindung des Laufrads durch Carl Drais vor 200 Jahren erinnern. Der Weg führt von Platz der geplanten Mobilitätsstation am Staufener Bahnhof über einige Ortsteile nach Bad Krozingen. Mit diesem Korso soll auch auf klimafreundliche Mobilität hinwiesen werden.

Im Jubiläumsjahr wird es eine Weiterbildung für Fachleute geben: Auf Anregung des AKK Bauingenieur Ronny Meyer wird am 22.09.2017 ein Crashkurs zum „Zertifizierten Modernisierungsberater“ angeboten. Das Thema: Wie wir mit staatlichen Zuschüssen hochwertige Modernisierungen durchführen können und zugleich dem regionalen Handwerk solide Aufträge vermitteln.  Hauseigentümer tragen dazu bei, die CO2-Emissionen zu reduzieren und das investierte Geld bleibt in der Region. Seminar findet im Bürgerhaus Alte Schule in Staufen im Ortsteil Grunern (Dorfstraße 27) statt. (Anmeldung auf modernisierungsoffensive.com/termine)

Am 16.10.2017 findet schließlich die oben angekündigte ultimative Klimaschutz-Show“ im Spiegelzelt am Schladererplatz statt. Bauingenieur Meyer übernimmt an diesem Abend die Moderatorenrolle, dann allerdings als (Bau)Singenieur. Spannende Interviews mit Überraschungsgästen „auf der roten Couch“, Video-Clips und fetzige Musik von der Band MEYERS ROCKHAUS bringen das für Viele eher trockene Thema Energetische Haussanierung sehr unterhaltsam und spannend-informativ rüber.

Darf man so ernste Themen wie Klimaschutz und Wohnhaus-Sanierung – schließlich geht es hier auch um viel Geld – locker-witzig anpacken? Dazu Ronny Meyer:

„In meinen Augen muss man das sogar tun, denn wenn in diesbezüglichen Informations-veranstaltungen die ganze Zeit nur von Wärmedurchgangskoeffizienten oder Heizkessel-Wirkungsgraden gesprochen wird, schalten doch die meisten Gäste im Publikum ab. Wir präsentieren die bautechnischen Informationen etwas bunter, ohne dass sie an Substanz verlieren. Denn bei jeder unserer Veranstaltungen steht bei aller Leichtigkeit immer der Ernst der Botschaft im Vordergrund.“

Manchem mag diese Herangehensweise auch etwas befremdlich erscheinen: spätestens nach dem Bühnenprogramm – wenn interessierte Zuschauer die Gelegenheit hatten, den Mitgliedern des AKK und den Modernisierungsexperten ihre individuellen Fragen zu stellen – kann jeder erkennen, dass es hier um einen fachlichen Gedankenaustausch auf höchster Ebene geht. Das Ziel ist, die Energiewende locker und heiter, und dennoch entschlossen anzupacken: So müssten die Klimaziele doch zu schaffen sein!

Beim auf die Veranstaltung folgenden Workshop“ am Samstag, den 21.10. werden die Staufener*innen dann in verschiedenen Arbeitsgruppen Gelegenheit haben, nach einführenden Impulsreferaten selber erfahren, wie sie ihren persönlichen CO2-Fussabdruck verringern können, ohne dabei auf Komfort verzichten zu müssen. Denn wir haben ein ehrgeiziges langfristiges Ziel: Staufen auf dem Weg zur klimaneutralen Kommune 2050 voranzubringen!

Sind E-Autos schlecht fürs Klima?

In der Ausgabe vom 4. August 2015 war im Wirtschaftsteil der Badischen Zeitung zu lesen: „E-Autos sind schlecht fürs Klima“[1]. Unter diesem Aufmacher wird dann über eine vom Umwelt- und Prognoseinstitut. e.V. Heidelberg[2] verfasste Studie berichtet, die die Sinnhaftigkeit einer staatlichen Förderung von Elektro- und Hybridautos untersuchen sollte.

Diese Studie weist zurecht darauf hin, dass zur Zeit Elektroautos von den Automobilherstellern dazu verwendet werden, um trotz der Produktion großer CO2-Schleudern, wie SUVs etc., den von der Politik geforderten Flottengrenzwert einzuhalten oder wenigstens in möglichst geringem Maß zu überschreiten. Das Elektroauto hat beim Fahren nämlich einen CO2-Ausstoß von tatsächlich 0g/km und geht somit in die Gesamtbilanz als dämpfender Faktor ein. Etwas seltsam berührt aber dann, dass die Studie diesen Sachverhalt als negativen Aspekt des Elektroautos bewertet. Aber das passt zum gesamten Tenor dieser Arbeit, die das Elektroauto nur in negativem Licht erscheinen lässt. Dabei geht die Studie meines Erachtens von einigen falschen Annahmen aus.

So ist gleich im ersten Abschnitt dieser Studie zu lesen, dass momentan von einer staatlichen Förderung von Elektro- und Hybridautos abzuraten sei, da „Elektroautos… als einzelnes Fahrzeug ungefähr gleich hohe CO2-Emissionen verursachen wie normale Benzin- oder Diesel-Pkw“. Schließlich stamme in der Bundesrepublik Deutschland der Fahrstrom der Elektroautos zum größten Teil aus fossilen Energieträgern, hauptsächlich Braunkohle. Und in der näheren Zukunft – so die Studie, ohne dafür plausible Anhaltspunkte zu nennen – wird ein schnellerer Ausbau der regenerativen Energiegewinnung nicht erwartet.

Dass viele Elektroautos mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben werden wischt man mit teilweise abenteuerlicher Argumentation, auf die hier auch aus Platzgründen nicht näher eingegangen werden soll, beiseite.

Als weiteren negativen Aspekt führt die Studie ins Feld, dass Elektroautos meist als Zweit- oder Drittwagen gekauft werden und damit zur Erhöhung der Fahrzeugdichte beitragen. Die Tatsache, dass man sich einen Zweitwagen bisher wie auch in Zukunft ebenso als Auto mit Verbrennungsmotor zulegen kann, wird  ignoriert. Dass Leute, die sich ein Elektroauto zulegen dies in der Regel dann als Erstwagen nutzen und den bis dahin gefahrenen „Verbrenner“ sich lediglich für größere Distanzen in der Hinterhand halten, bleibt vollkommen unberücksichtigt.

Unter Bezugnahme auf Untersuchungen in Norwegen verweist die Studie des Weiteren darauf, dass mit der Zunahme von E-Autos im Straßenverkehr die Nutzung des ÖPNV drastisch zurückgehe und sich somit auf den Straßen das Verkehrsaufkommen erhöht. Die Gründe dafür, warum sich Käufer von Elektroautos vom ÖPNV abwenden (Qualität und Nutzungskosten des ÖPNV, vom Staat gewährte – aber fehlgerichtete – Privilegien für Fahrer von Elektroautos) werden nicht erwähnt.

Schließlich erwähnt die Studie auch das höhere Unfallrisiko durch Elektroautos für Fußgänger und Fahrradfahrer im Stadtverkehr, wo diese Autos, der geringen Geschwindigkeit wegen, sehr leise fahren. Als Beleg zieht man eine Untersuchung aus den USA heran, allerdings aus den Jahren von 2000 bis 2006, also aus einem Zeitraum, in dem Elektroautos gerade neu aufkamen und selten auf den Straßen zu sehen waren. So waren sie als Gefahrenquelle m Straßenverkehr im Bewusstsein der Fußgänger und Fahrradfahrer  noch gar nicht abgespeichert. Eine zeitnähere Untersuchung wäre hier stichhaltiger. Im Übrigen weiß jeder verantwortungsbewusste Fahrer eines Elektroautos um diese Gefahr, wird sie ernst nehmen und entsprechend defensiv fahren.

Positive Aspekte der Nutzung von Elektroautos, wie beispielsweise

  • geringerer Lärmpegel des Straßenverkehrs in Städten und Ortschaften
  • reinere Luft in den Städten durch die Vermeidung von schädlichen Abgasen und Rußpartikeln

kommen in der Studie nicht zur Sprache oder werden nur Rand erwähnt und in ihrer Bedeutung nicht weiter gewürdigt.

Was in dieser doch sehr fragwürdigen Studie allerdings an keiner einzigen Stelle zu finden ist, ist der Wortlaut des oben erwähnten Aufmachers „E-Autos sind schlecht fürs Klima“. Dieser Satz entspricht wohl eher der Meinung des betreffenden Journalisten, die er sich beim Lesen der Studie gebildet hat. Dass er dabei wenig kritisch zu Werke ging, zeigt sich in seinem Artikel zu dieser Studie und vor allem nicht zuletzt dort, wo er schließlich von „problematischen Aspekten der Elektroautos“ schreibt.

Was er meint, sind aber nicht problematische Aspekte der Elektroautos.

Nein, das sind Aspekte

  • der Problematik unserer derzeitigen Stromproduktion
  • der Problematik von Vorschriften für Autoproduzenten, was die Begrenzung des CO2-Ausstoßes betrifft
  • der Problematik unseres Verhaltens bei der Nutzung der Verkehrsmittel
  • der Problematik von gefahrenbewusstem Verhalten im Straßenverkehr

Wer all diese Aspekte dem Elektroauto zuschreibt, stellt die Kausalitäten auf den Kopf.

Die bisher übliche Art und Weise, ein Auto anzutreiben, ist auf lange Sicht nicht haltbar. Sie verbraucht endliche Ressourcen und trägt dabei in nicht unerheblichem Maße zum CO2-Eintrag in die Atmosphäre bei. Das Elektroauto bietet dazu heute schon eine praktikable Alternative.

Oder, um beim Aufmacher in der Badischen Zeitung zu bleiben: Elektro-Autos sind gut fürs Klima!

 

[1] Studie zeigt: E-Autos sind schlecht fürs Klima (veröffentlicht am Di, 04. August 2015 12:26 Uhr auf badische-zeitung.de)

[2] UPI-Bericht 79 (August 2015): Ökologische Folgen von Elektroautos – Ist die Förderung von Elektro- und Hybrid-Autos sinnvoll ?

Windkraft ist günstigste Art der Stromerzeugung

Windkraft

Mit 80 US-Dollar pro MWh liegen die Kosten der Windkraft an Land in Deutschland deutlich vor Kohle und Gas mit 106 bzw. 118 Dollar pro MWh. (Windwärts Energie GmbH)

Erstmals sind Windkraftanlagen an Land die günstigste Art der Stromerzeugung in Deutschland. Das ist das Ergebnis einer Analyse der Finanzexperten von Bloomberg New Energy Finance. Im vergangenen Jahr war dies bereits in Dänemark der Fall.

Quelle: http://www.energiezukunft.eu/wind